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Deutsche Industrie auf wackeligem Fundament

30.08.2017 14:55 Uhr | Von: 

Den IW-Forschern zufolge erhielt Deutschland im Jahr 1995 erst 45 Prozent seiner Rohstoffe aus Ländern mit hohen politischen und ökonomischen Risiken, 2011 stammten bereits 62 Prozent aus solchen Staaten.

Die entsprechende Risikoeinstufung berücksichtigt unter anderem, wie stark ein Land die Geschäftsprozesse reguliert, wie verlässlich staatliche Institutionen sind und wie weit verbreitet Korruption ist. Als besonders riskant gelten Argentinien, China, Kambodscha, Russland und Vietnam.

Rohstoffimporte aus Risikoländern erfordern besondere Sorgfalt

Für deutsche Firmen bedeutet diese Abhängigkeit von riskanten Staaten künftig voraussichtlich mehr Arbeit: Die G-20-Staaten, aber auch die Vereinten Nationen und andere internationale Institutionen wollen sicherstellen, dass entlang der gesamten Lieferkette grundlegende Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards gelten.

Zudem schreibt eine neue EU-Verordnung eine Sorgfaltspflicht beim Import sogenannter Konfliktmineralien ab 2021 vor. Das soll verhindern, dass mit den Erlösen aus dem Verkauf von Gold und ähnlichen Rohstoffen Kriege und Menschenrechtsverletzungen in Entwicklungsländern finanziert werden.

Allerdings handeln viele deutsche Firmen, die im Ausland investieren, schon heute nachhaltig: Laut den IW-Forschern haben vier von fünf Unternehmen hierzulande nicht nur ihre ökologischen, sondern auch ihre sozialen Standards bei ihren ausländischen Ablegern eingeführt.