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Markus Güntner, Swisscanto Invest

Wasser-Investments Eine Anlage mit hoher gesellschaftlicher Bedeutung

Seit 1993 wird der Weltwassertag jährlich am 22. März unter einem bestimmten Motto begangen. Die diesjährige Feier stellt die Themen Abwasser und Abwassernutzung in den Mittelpunkt.

22.03.2017 - 11:08 Uhr | Von:  in Swisscanto Invest

Das Thema Wasser ist bei globaler Betrachtung gesellschaftlich einer der bedeutendsten Bereiche. Es ist sehr wichtig, dass am Weltwassertag die Probleme rund um das ‚blaue Gold‘ zur Sprache kommen, um Lösungen für die Zukunft zu finden. Lösungen lautet auch das Stichwort beim Investieren – wer Wasserinvestments unter die Lupe nimmt, findet zahlreiche Unternehmen, die nach Verbesserungen streben, um beispielsweise effizientere Technologien zu entwickeln. Aus unserer Sicht sind Investments in das Themenfeld H2O sinnvoll – aus nachhaltigen und Rendite-Aspekten.

Wasserversorgung in vielen Regionen gefährdet

Gegenwärtig leiden rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit unter Wasserstress. Dieser liegt vor, wenn die Wasserentnahme pro Jahr größer ist als 40 Prozent der neugebildeten Wasserressourcen. Dann gilt die Wasserversorgung in einigen Monaten pro Jahr als stark gefährdet. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Menschen, die unter Wasserstress leiden, vermutlich auf etwa fünf bis sieben Milliarden Menschen erhöhen. Die Gründe für höheren Wasserstress sind einerseits der höhere Verbrauch aufgrund des Bevölkerungs- und Wohlstandswachstums. Andererseits wirkt sich auch die Klimaerwärmung in vielen Regionen nachteilig auf die Wasserverfügbarkeit aus, da sich Niederschlagsmuster verändern und die Verdunstung aufgrund der höheren Temperaturen zunimmt. Als betroffene Regionen gelten vor allem diejenigen, in denen der Wasserstress heute schon hoch ist, zum Beispiel im Nordosten Brasiliens, Teilen von Nordamerika, Südeuropa, in Teilen von Mittelasien und Australien sowie in großen Teilen Afrikas.

Auch die Art der Niederschläge und die globale Erwärmung spielen eine zentrale Rolle. Weil das Regenwasser bereits im Winter abfließt, wird im Sommer weniger Oberflächenwasser zur Verfügung stehen. Durch das Abschmelzen von Gebirgsgletschern kommt es zunächst zwar zu einer Zunahme der Abflüsse, langfristig jedoch zu deren Verschwinden. In vielen Gebirgsregionen hängt die Landwirtschaft oder die städtische Wasserversorgung (zum Beispiel in Perus Hauptstadt Lima) von dieser Wasserquelle ab – ihr Verschwinden wird daher regional zu erheblichen Problemen führen und bedroht viele Millionen Menschen mit Wassermangel.

Wassereffizienz: Ein wichtiger Schlüssel

Das Beispiel Wasserstress veranschaulicht die Notwendigkeit, mit Wasser effizienter umzugehen und entsprechend Technologien zum Sparen zu entwickeln und anzuwenden. Zusätzlich muss die Wasserinfrastruktur angepasst werden, wenn bestehende Wasserreservoire wie Gletscher und deren Abfluss nicht mehr genutzt werden können. Im Regelfall wird Grundwasser gepumpt, wenn kein Oberflächenwasser mehr verfügbar ist. Aber auch diese Grundwasserreserven sind in vielen Regionen limitiert und erneuern sich nur langsam. Es besteht hier demnach enormer Handlungsbedarf von Seiten der Regierungen und Kommunen.

Dieser Handlungsbedarf zieht Investitionen nach sich, von denen Unternehmen, die Technologien, Produkte oder Dienstleistungen mit Bezug zur Wertschöpfungskette des Wassers anbieten, profitieren können. Unser nachhaltiger Wasserfonds, der im September zehnjähriges Jubiläum feiert, ermöglicht Anlegern an diesen Entwicklungen zu partizipieren. Zudem forcieren sie durch ihr Investment Lösungen im Wasserbereich. Denn nur wenn die Entkopplung der Wassernachfrage vom Wirtschaftswachstum auf Dauer gelingt, werden Menschen rund um den Globus weniger Wasserstress erleiden.

Markus Güntner, Nachhaltigkeitsexperte bei Swisscanto Asset Management International S.A.